Uni luzern psychologie
Die ehemalige Postfiliale bei der Uni Luzern wird bald zum Labor für Verhaltenswissenschaften werden. Bild: Pius Amrein Luzern, War das der Startschuss für die Aufbauarbeiten? Fred Mast: Nein, die Arbeit begann rund ein Jahr zuvor.
Universität Luzern plant zwei neue Fakultäten: Blog des Bildungs- und Kulturdepartements
Bei einem so bedeutenden Projekt gibt es viele Fragen zu beantworten, Schwerpunkte müssen festgelegt werden. Solche Prozesse dauern lange. Deshalb haben wir schon früh mit der Planung begonnen — mit dem Risiko, dass es umsonst war. Einen Tag nach der Zustimmung des Kantonsrats haben wir dann die ersten Professuren ausgeschrieben. Was sind die nächsten Schritte?
Die ersten Berufungen von Professorinnen und Professoren. Diese werden die Fakultät mitentwickeln und prägen. Das Interesse ist enorm: Für die ersten drei ausgeschriebenen Professuren haben wir über Bewerbungen aus aller Welt erhalten. Ich leitete die Berufungskommissionen. Die Probereferate und Interviews sind nun vorbei, und im Oktober werden der Senat und der Universitätsrat darüber entscheiden, wer an die Universität Luzern berufen wird.
Im werden die ersten Professorinnen und Professoren sowie ihre Teams vor Ort sein und den Lehr- und Forschungsbetrieb aufnehmen.
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Die Hochschule Luzern ist bereits im Bereich Psychologie tätig. Einige Parteien befürchten deshalb eine Kannibalisierung. Sind diese Bedenken berechtigt? Nein, wir sprechen eine andere Zielgruppe an und konzentrieren uns auf ausgewählte Nischen. Wir haben gezielt drei Vertiefungen gewählt, die das Angebot anderer Universitäten in der Schweiz ergänzen: Kinder- und Jugendpsychologie, Rechtspsychologie und Rehabilitationspsychologie.
Besonders die beiden Letzteren sind auf Masterniveau die ersten Angebote dieser Art im Land. Die Kinder- und Jugendpsychologie zusammen mit der Klinischen Psychologie sind hingegen stark unterversorgt. Die Uni Luzern kann dort einen substanziellen Beitrag leisten, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Psychologie-Professor Fred Mast. Bild: zvg Es ist das erste Mal, dass sie am Aufbau einer Fakultät mitwirken.
Was hat Sie daran gereizt? Mich hat das Projekt von Anfang an überzeugt. Es herrscht eine Art Goldgräberstimmung, so ein Studienprogramm ganz neu aufzubauen, ist eine seltene Gelegenheit und eine spannende Herausforderung. Ausserdem habe ich einen neutralen Blick auf das Ganze, da ich als Externer keine Eigeninteressen verfolge. Ich spüre von sehr vielen Seiten die Begeisterung für die neue Fakultät — man will die besten Leute finden und sich eine ausgezeichnete Reputation in Forschung und Lehre aufbauen.
Sie selbst sind zurzeit an der Universität Bern als Psychologie-Professor tätig. Werden Sie bald nach Luzern wechseln? Ich wurde vom Rektorat als Planungsbeauftragter für den Aufbau der neuen Fakultät eingesetzt. Diesen Auftrag erfülle ich weiterhin sehr gerne, und die weitere Zukunft besprechen wir im Sommer. Nach der Psychologie sollen auch die Verhaltenswissenschaften aufgebaut werden.
Was ist dort geplant? Im Zentrum steht gegenwärtig der Aufbau eines verhaltenswissenschaftlichen Forschungslabors. Die Uni wird damit um einen Ort erweitert, in dem Forschungsprogramme lanciert und umgesetzt werden können. Befragungen, Interviews, verschiedene Experimente oder Simulationen werden dort möglich sein. Die dort getätigte Forschung soll international konkurrenzfähig sein.
Wo befindet sich das Labor? Die seit letztem Jahr geschlossenen Räumlichkeiten der Post im Universitätsgebäude werden demnächst zu diesem Zweck umgebaut. Andere Studiengänge sollen es ebenfalls zu Forschungszwecken nutzen können, das Interesse ist gross. Es wird aber auch den anderen Luzerner Hochschulen offenstehen. Wann wird die Fakultät fertig aufgebaut sein?
Der stufenweise Aufbau mit den vorgesehenen sechs Professuren sowie dem weiteren wissenschaftlichen Personal wird spätestens im Herbst abgeschlossen sein. Wir rechnen damit, dass sich ab Herbst rund Studierende pro Jahr in die Fakultät einschreiben werden, vorerst im Bachelorprogramm Psychologie. Wir werden bereit sein. Zur Person Fred Mast ist Professor für Psychologie an der Universität Bern und Planungsbeauftragter Verhaltenswissenschaften und Psychologie an der Universität Luzern.
In dieser Funktion plant und leitet er den Aufbau der neuen Fakultät.