Ritalin psychologe

Darin wird auch bei mittelschwerer Ausprägung der Störung bei Kindern eine Pharmakotherapie als mögliche Alternative zu psychosozialen Interventionen empfohlen. Doch welche Substanzen sollen zum Einsatz kommen? Und was sagen die Experten zu OmegaFettsäuren? Doch erst Ende Juni wurden die unter der Federführung und Koordination der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie DGKJP entstandenen Empfehlungen offiziell veröffentlicht.

Somit steht nun erstmalig ein Leitfaden der höchsten Evidenzstufe zur Behandlung der ADHS zur Verfügung, an dessen Entstehung mehr als 30 Fachgesellschaften, Organisationen und Verbände beteiligt waren. Foto: Cherry-Merry — stock.

Ritalin® und Co. statt Psychotherapie?

Bei mittelgradigen Formen sollen die Rahmenbedingungen und die Präferenzen der Familie mitberücksichtigt werden. Dann kann eine Pharmakotherapie auch als Alternative zu einer intensivierten psychosozialen Intervention dienen. Bei schwerer ADHS ist eine medikamentöse Behandlung nach erfolgter intensiver Psychoedukation das Mittel der Wahl.

Im Erwachsenenalter wird aufgrund der vorliegenden Evidenz bei leichten und moderaten Formen eine medikamentöse Therapie empfohlen — natürlich unter der Voraussetzung, dass der Patient das mitträgt. Zurückhaltung bei Pharmakotherapie Gegenüber anderen internationalen evidenzbasierten Leitlinien, wie z.

Gleichzeitig wird für die pharmakologische Behandlung, für welche die beste Evidenz und der stärkste Effekt hinsichtlich der Wirksamkeit existieren, ein im internationalen Vergleich zurückhaltender Einsatz empfohlen. Manchen Fachgesellschaften waren die gewählten Formulierungen in der aktuellen Leitlinie offensichtlich nicht zurückhaltend genug.

Beispielsweise merkten der Berufsverband der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutinnen und -therapeuten e. BKJ und der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e. Stimulanzien an erster Stelle Grundsätzlich erachtet die Leitlinie Stimulanzien wie Methylphenidat z. Neben dem Zulassungsstatus sind bei der Therapiewahl die erwünschte Wirkdauer und das zu erwartende Wirkprofil, die Nebenwirkungsprofile, Komorbiditäten, Missbrauchsgefahr, besondere Umstände und nicht zuletzt die Präferenz des Patienten beziehungsweise seiner Eltern entscheidend.

Für Patienten, die keine relevanten Komorbiditäten haben, empfehlen die Experten die initiale Behandlung mit Stimulanzien. Im Rahmen der Zulassung bewegt man sich aber derzeit nur mit Methylphenidat, da die Amphetamin-Präparate erst als Zweitlinientherapie indiziert sind. Langwirksame Stimulanzien haben den Vorteil, dass diese einfacher anzuwenden sind, die Adhärenz besser ist und eine mögliche Stigmatisierung vermieden wird, weil zum Beispiel die Einnahme in der Schule wegfällt.

Ritalin und ADHS aus psychologischer Sicht

Für unretardierte Präparate sprechen laut Leitlinie eine genauere Dosisanpassung in der Titrationsphase sowie eine höhere Flexibilität im Dosierungsschema. Für Patienten, die zugleich unter Ticstörungen leiden, werden alternativ zu den Stimulanzien Atomoxetin und Guanfacin in Erwägung gezogen. Besteht eine komorbide Angststörung, kommt Atomoxetin als Option in Betracht.

Alle sechs Monate soll überprüft werden, ob eine weitere Gabe der Medikation angebracht ist. Auch unerwünschte Wirkungen sollten hier dokumentiert und berücksichtigt werden. Einmal im Jahr rät die Leitlinie, die Medikation sogar zu pausieren, um festzustellen, ob weiterhin eine Indikation besteht.

Frage: Ritalin – Fluch oder Segen?

Omega-Fettsäuren ohne Evidenz Keine Empfehlung gibt es für eine Supplementation mit Omega und OmegaFettsäuren. Antipsychotika können lediglich im Hinblick auf gewisse Komorbiditäten indiziert sein. Bei ADHS ohne assoziierte Störungen sollen sie nicht zum Einsatz kommen. Eine Empfehlung zum Einsatz anderer Substanzen wie selektiver Serotonin-Reuptake-Inhibitoren SSRI , Modafinil, Selegilin und Buproprion kann auf Basis der vorliegenden Evidenz derzeit nicht gegeben werden.

Stand Mai AWMF-Registernummer ; www. Juni Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie DGKJP vom Juni