Psychologischer schwankschwindel
Dieser somatoforme Schwindel ist psychisch bedingt und kann Ausdruck einer Depression, Angsterkrankung oder anderen seelischen Störung sein.
Drehschwindel: Ursachen & Therapie
Wichtig sind eine gute, interdisziplinäre Aufklärung und rasche Therapie. Organisch sind keine Ursachen für die starken Schwindelgefühle festzustellen, und doch sind die Beschwerden des Patienten ernst zu nehmen. Er leidet unter somatoformem Schwindel. Christoph Best auf einer Vortragsveranstaltung der Universitätsmedizin Mainz.
Er leitet den Bereich Schwindel und Okkulomotorik in der Klinik für Neurologie an der Phillips-Universität Marburg. Der somatoforme Schwindel ist nicht selten: Nach dem gutartigen Lagerungsschwindel ist es die zweithäufigste Form. Doch ab wann ist Schwindel pathologisch? Beim somatoformen Schwindel lassen sich prinzipiell zwei Arten unterscheiden. Der primäre somatoforme Schwindel kommt bei etwa 30 Prozent der Betroffenen vor.
Bei ihnen sind die psychischen Schwindelattacken Folge eines organischen Schwindels. So entwickeln zum Beispiel 50 bis 70 Prozent der Patienten mit Schwindel-Migräne, eine Sonderform der Migräne, im späteren Verlauf auch einen somatoformen Schwindel. Die Symptome können dabei ganz unterschiedlich sein.
Schwindel oft psychisch bedingt: Wann seelische Probleme hinter Schwindelattacken stecken
Manche Patienten berichten von Drehschwindel, von der Illusion eines schwankenden Bodens oder auch von Liftschwindel. Die Attacken können lang oder kurz ausfallen — eine ganze Bandbreite an Beschwerden ist möglich. Für den einzelnen Patienten erfüllt der Schwindel meist eine spezielle Funktion. Er kann zum Beispiel unangenehme Situationen verdrängen: Man müsste eigentlich eine unerfreuliche Diskussion führen, doch stattdessen setzt der Schwindel ein, sodass die Diskussion ausfällt, erklärte Best.
Welche Funktion die Beschwerden beim jeweiligen Patienten haben, müsse mithilfe eines Psychotherapeuten herausgefunden werden.
Funktioneller Schwindel
Meist eine Ärzteodyssee Oft wird die Diagnose spät gestellt, weil lange nach organischen Ursachen gesucht wird. Dabei sei die richtige Diagnostik eigentlich relativ einfach. Bei Schwindelsymptomatik sollten Patienten erst einen Hausarzt aufsuchen, da einige Krankheitsbilder mit organischer Ursache leicht zu diagnostizieren und zu therapieren seien.
Bei komplexeren und länger anhaltenden Krankheitsbildern und wenn der Haus- oder HNO-Arzt keine Ursache finden kann, sollten die Patienten in einem spezialisierten Schwindelzentrum Hilfe suchen. Schon allein die Diagnosestellung und Aufklärung des Patienten über seine Erkrankung hätten einen therapeutischen Effekt. Dann setze eine multimodale Behandlung ein, die mit Krankengymnastik zur Wiederherstellung des körperlichen Gleichgewichts und Entspannungstraining beginnt.
Darauf baut eine Selbstexposition auf, bei der sich der Patient in die angstbesetzte, schwindelauslösende Situation begibt. Mit einer ambulanten, einmal wöchentlichen Psychotherapie sei der somatoforme Schwindel in der Regel gut zu behandeln, sagte Best.