Zusammenhang propaganda psychologie

Vorwort Um die Funktionalität und die Auswirkungen der Propaganda im Dritten Reich zu verstehen, genügt es meiner Ansicht nach nicht die Vorgehensweisen von Hitler und Goebbels darzustellen. Deshalb habe ich mich entschlossen dieser Geschichtearbeit einen ausführlichen Teil der sogenannten Massenpsychologie zu widmen. Die Parallelen zu Le Bons Erkenntnissen und "Vorschlägen zur Massenmanipulation" sind zu eindeutig, als dass sie zufällig sein können.

Ich denke jedoch, dass Freuds Massenpsychologie nur eine Vertiefung bzw. Ausweitung der Thematik ist. Erst bei der genaueren Analyse und Ausarbeitung ist mir aufgefallen, dass man dieses Buch sehr objektiv lesen sollte. Denn einige Aussagen haben sich im Jahrhundert als grundlegend falsch erwiesen. Andere jedoch, die meist schmerzhafte Erfahrungen mit sich gebracht haben, stellten ihr Gültigkeit im Zuge der nationalsozialistischen Revolution unter Beweis.

Gustave Le Bons Massenpsychologie Allgemeine Kennzeichen der Massen Das Wort Masse bedeutet im gewöhnlichen Wortsinn die Vereinigung irgendwelcher einzelner. Es gibt keine Unterscheidung in z. Nationalität, Beruf, Geschlecht oder Anlass der Vereinigung. Le Bon beschreibt, dass dieses Wort im psychologischen Sinn jedoch etwas grundlegend anderes bedeutet.

Diese neuen Eigenschaften können völlig verschiedene Eigentümlichkeiten als jene der Einzelnen besitzen. Die bewusste Persönlichkeit schwindet, die Gefühle und Gedanken aller Personen in der Masse sind nach derselben Richtung orientiert. Die Tatsache, dass viele Menschen zusammentreffen, verleiht ihnen noch nicht die Eigenschaften einer psychologischen Masse. Wenn auf einem öffentlichen Platz tausend Menschen aufeinandertreffen so bilden sie keineswegs eine Masse im psychologischen Sinn.

Diese entsteht erst unter dem Einfluss bestimmter Reize. Doch wie entstehen diese Reize und was sind die Ursachen für die Bildung der Massen? Die erste dieser Ursachen besteht darin, dass der einzelne in der Masse schon allein dadurch, dass er sich in einer Menge befindet, ein Gefühl unüberwindlicher Macht und Kraft erhält. In der Masse verschwindet bei jedem das Verantwortlichkeitsbewusstsein.

Eine zweite Ursache ist die geistige Übertragung, sie bewirkt ebenfalls das Auftreten bestimmter Eigenschaften. In der Masse ist jedes Gefühl, jede Handlung übertragbar. Und zwar in so hohem Grade, dass der Einzelne sehr leicht seine persönlichen Wünsche den Gesamtwünschen opfert. Eine dritte Ursache ruft in den zur Masse Vereinigten besondere Eigenschaften hervor, welche denen der alleinstehenden völlig wiedersprechen.

Die sogenannte Beeinflussbarkeit Suggestion. Der Einzelne in einer Masse verhält sich wie hypnotisiert. Er ist sich seiner Handlungen nicht mehr bewusst. Der Einzelne ist nicht mehr er selbst, er ist ein Automat geworden. Allein durch die Tatsache, Glied einer Masse zu sein, steigt der Mensch also mehrere Stufen von der Leiter der Kultur herab.

Als einzelner war er vielleicht ein gebildetes Individuum, in der Masse ist er ein Triebwesen, also ein Barbar. Er lässt sicht durch Worte und Vorstellungen beeinflussen und zu Handlungen verführen die seine eigentlichen Interessen verletzen. In der Masse gleicht der einzelne einem Sandkorn in einem Haufen anderer Sandkörner, das der Wind nach Belieben emporwirbelt.

Die Überschwänglichkeit in der Masse wird noch dadurch verstärkt, dass sie sich durch die Suggestion und Übertragung sehr rasch verbreitet. Le Bon meint, dass die Einseitigkeit und Überschwänglichkeit der Gefühle der Massen sie vor Zweifel und Ungewissheit bewahren. Die geringste Abneigung und Missbilligung, die der einzelne kaum beachten würde, wächst beim Einzelwesen der Masse sofort zu wildem Hass.

Die Heftigkeit der Gefühle der Massen wird zusätzlich durch das Fehlen der Verantwortlichkeit verstärkt. Die Gewissheit der Straflosigkeit ermöglichen der Masse Gefühle und Handlungen, die dem einzelnen unmöglich sind. Le Bon beschreibt, dass die Massen opferwillig und heldenhaft sein können.

Psychologie der Propaganda | Politische Psychologie |

Und zwar solche die wenn möglich Bilder in den Köpfen der Menschen hervorrufen. Zu den gewöhnlichen Mitteln, die der Redner verwenden muss, um seine Ideologien und Ideen zu bestärken gehören:. Die Masse verlang nach der Übertreibung der Gefühle. Besonders gute Beispiele sind das Theater und der Film. Die Masse verlangt von den Helden Tugenden, einen Mut und eine Moral, wie sie im Leben niemals vorkommen.

Hingabe der Massen Le Bon beschriebt, dass in jedem von uns Triebe zerstörerischer Wildheit aus der Urzeit schlummern. Dieser Quelle entspringen die Jagleidenschaft und die Grausamkeit der Massen. Die Masse die ein wehrloses Opfer langsam zu Tode quält, gibt den Beweis feiger Grausamkeit. Aber wenn nun die Massen fähig sind Morde, Brandstiftungen und Verbrechen aller Art zu begehen, dann sind sie ebenso zu Taten der Hingabe, Aufopferung und Uneigennützigkeit fähig.

Besonders wirkt man auf den einzelnen in der Masse, wenn man sich auf die Gefühle Ruhm, Ehre und Religion beruft. Die Geschichte ist voller Beispiele dieser Art. Bilder Worte und Redewendungen Die Phantasie der Massen wird durch Bilder erregt. Le Bon meint, dass einem diese Bilder nicht immer zur Verfügung stehen, aber man kann sie durch geschickte Anwendung von Worten und Redewendungen hervorrufen.

Werden sie kunstvoll angewandt, so besitzen sie eine geheimnisvolle Macht. Sie rufen dann in der Massenseele die furchtbarsten Stürme hervor oder besänftigen sie. Manche Worte sind mit Bildern verbunden, die zum Teil völlig von ihrer eigentlichen Bedeutung abweichen. Worte, deren Sinn schwer zu erklären ist, sind oft am wirkungsvollsten.

So zum Beispiel die Ausdrücke Freiheit, Gleichheit, Ehre, Vaterland, Willen, Beharrlichkeit, Unbeugsamkeit. Es knüpft sich eine magische Macht an solche Worte. Es scheint so als ob die Lösung aller Fragen in ihnen stecken würde. In ihnen ist die Zusammenfassung aller Erwartungen und Hoffnungen auf ihre Verwirklichung lebendig. Die Vernunft Die Massen sind durch logische Beweise nicht zu beeinflussen.

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Daher wenden sich die Redner, die es verstehen die Massen zu beeinflussen, niemals an die Vernunft sondern an die Gefühle. Der Redner der die Massen lenken möchte, muss in jedem Augenblick die Gefühle erraten, die er erweckt. Diese Tatsache, seine Ausdrucksweise je nach erzieltem Erfolg zu ändern, verurteilt jede vorbereitete Rede von vornherein zur Wirkungslosigkeit. Wenn der Redner seinen eigenen Gedanken folgt und nicht denen seiner Zuhörer wird er jeglichen Einfluss verlieren.

Die Führer der Massen Sobald eine gewisse Anzahl lebender Wesen, egal ob eine Herde Tiere oder eine Menschenmenge vereinigt ist, unterstellen sie sich unwillkürlich einem Oberhaupt d. In den menschlichen Massen spielt der Führer eine besondere Rolle. Sein Wille und seine Ideen sind der Kern, um den sich alle Anschauungen bilden. Meistens war der Führer zuerst ein Geführter, der selbst von der Idee hypnotisiert war.

Sie hat ihn so sehr erfüllt, dass neben ihr alle anderen Anschauungen verschwanden und dass ihm nun jede gegenteilige Meinung als Irrtum und Aberglaube erscheint. Meistens sind die Führer keine Denker sondern Männer der Tat. Sie haben wenig Scharfblick und wenig Kombinationsgabe.

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Es könnte auch kaum anders sein, da diese Eigenschaften in der Masse Zweifel hervorrufen. Man findet sie üblicherweise unter den Nervösen, Reizbare, Halbverrückten, die sich an der Grenze des Irrsinns befinden. So geschmacklos auch ihre Idee oder das verfolgte Ziel sein mag, gegen ihre Überzeugung kommt keine Logik und keine Vernunft an. Verachtung und Verfolgung stört sie nicht oder erregt sie nur noch mehr.

Persönliches Interesse, Familie alles wird geopfert. Die Menge hört immer auf einen Menschen, der über einen starken Willen verfügt. Die in der Masse vereinigten Einzelnen verlieren allen Willen und wenden sich instinktiv dem zu, der ihn hat. Glaube erwecken, egal ob religiöser, politischer oder sozialer Glaube ist eine der wichtigsten Aufgaben der Führer.

Von allen Kräften, die der Menschheit zur Verfügung stehen, war der Glaube stets eine der bedeutendsten. Sie benutzen hauptsächlich drei bestimmte Arten: die Behauptung, die Wiederholung, und die Übertragung oder Ansteckung. Ihre Wirkung ist ziemlich langsam, aber ihre Erfolge sind dauerhaft. Je freier eine Behauptung von Beweisen und Belegen ist, desto mehr Ehrfurcht erweckt sie.

Die religiösen Schriften und die Gesetzbücher haben sich stets einfacher Behauptungen bedient. Die Staatsmänner, die zur Durchführung einer politischen Angelegenheit berufen sind, die Unternehmer, die ihre Erzeugnisse durch Werbung verbreiten, kennen den Wert der Behauptung. Le Bons Auffassung ist, dass die Behauptung nur dann wirklichen Einfluss hat, wenn sie ständig wiederholt wird, und zwar möglichst mit denselben Ausdrücken.

Napoleon sagte, es gäbe nur eine einzige ernsthafte Redefigur: die Wiederholung. Daher kommt die erstaunliche Wirkung der Werbung. Haben wir hundertmal gelesen, die beste Schokolade sei die Schokolade X, so bilden wir uns ein, es sei wirklich so. Tausende Beweise überreden uns so sehr, zu glauben, dass das Pulver Y die bedeutendsten Persönlichkeiten geheilt hätte, dass wir uns am Ende, wenn wir selbst an einem derartigen Übel erkranken, versucht fühlen, es zu probieren.

Unter den Massen übertragen sich Ideen, Gefühle, Erregungen und Glaubenslehren mit unbegreiflicher Ansteckungskraft. Dasselbe Verhalten beobachtet man auch bei Tieren. Ein Schreck, eine wirre Bewegung einiger Schafe greift sofort auf die ganze Herde über. Die Ansteckung ist stark genug, den Menschen nicht nur gewisse Meinungen, sondern auch bestimmte Arten des Fühlens aufzuzwingen.

Überzeugung und Glaube der Massen verbreiten sich nur durch den Vorgang der Übertragung, niemals mit Hilfe der Vernunft. Alles was in der Welt geherrscht hat, Ideen oder Menschen, hat sich hauptsächlich durch die Kraft des Nimbus durchgesetzt. Der Nimbus ist eine Art Zauber, den eine Person, ein Werk oder eine Idee auf uns ausübt. Diese Bezauberung lähmt alle unsere kritischen Fähigkeiten und erfüllt uns mit Staunen und Ehrfurcht.