Erlebnisqualität definition psychologie

Die Erlebnispädagogik auch als EP oder EPäd abgekürzt [1] ist ein Themengebiet der Pädagogik. Sie befasst sich mit Gruppenerfahrungen in der Natur , um die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Erlebnispädagogik gilt heute als integrativer Bestandteil ganzheitlicher Erziehungs- und Bildungskonzepte. Ursprünglich in der Reformpädagogik verwurzelt, gewinnt sie in jüngster Zeit wieder an Bedeutung, da Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenz, Wagnisbereitschaft und Persönlichkeit eine zunehmende Rolle in der Gesellschaft spielen.

Ziegenspeck an der Leuphana Universität Lüneburg geprägt. Es gelang ihm, in fünf Jahrzehnten die Erlebnispädagogik zur allgemein anerkannten Teildisziplin der Pädagogik zu entwickeln und zu fundieren. Er war es auch, der wissenschaftliche Praxis und praxisorientierte Wissenschaft als sich wechselseitig stimulierende Wirkungsfelder begriff, und die erlebnispädagogische Bewegung mit ihren vielfältigen, praktischen und vorwiegend ehrenamtlich verantworteten Projekten entscheidend formte.

Die Geschichte der Erlebnispädagogik hängt eng mit Entwicklungen in der Philosophie , der Psychologie , der Soziologie und der Pädagogik zusammen. Die Erlebnispädagogik, wenn auch noch nicht unter diesem Begriff, war seit jeher eine Methode , die versucht hat, den Erziehungsmethoden der jeweiligen Zeit, die als reformbedürftig empfunden wurden, etwas entgegenzusetzen.

Die Erlebnispädagogik entwickelte sich im Kontext von Schule und deren Erziehungsauftrag und war eng mit der Auffassung von ganzheitlichem Lernen verknüpft. An den wichtigen historischen Vertretern aus Pädagogik und Philosophie lässt sich die erlebnispädagogische Geschichte skizzieren. Der Blick über Jahrtausende hinweg verdeutlicht einen roten Faden von der Erziehungslehre Platons , die von einer umfassenden Förderung der Jünglinge in einer gesunden Gegend ausgeht, hin zu den ganzheitlichen Erziehungsvorstellungen am jungen Menschen des Aristoteles bis zu Jean-Jacques Rousseau.

Er gilt als einer der Begründer des erlebnispädagogischen Gedankens. Insbesondere im Jahrhundert verschmolzen reform- und erlebnispädogogische Ansätze mit Einflüssen vormiltärischer Erziehung. Dieser erste Satz aus Emile [3] verdeutlicht gleich zu Beginn den Hauptgedanken des Werkes, der häufig mit dem Schlagwort Zurück zur Natur wiedergegeben wird.

Nach Rousseau wird der Mensch durch drei Einflüsse erzogen: [4]. Die Natur entwickelt unsere Fähigkeiten und unsere Kräfte; die Menschen lehren uns den Gebrauch dieser Fähigkeiten und Kräfte. Die Dinge aber erziehen und durch die Erfahrung, die wir mit ihnen machen, und durch die Anschauung. Die Reihenfolge der Erwähnung von Natur , Dinge und Menschen zeigt ihre Bedeutung.

Demnach orientiert sich das Lernen nicht so sehr an der Person des Erziehers, sondern vielmehr an den Wirkungen, die sich aus dem Umgang mit gegenständlichen Dingen in der Natur ergeben. Die Erziehung durch Menschen hat das einzige Ziel, die Erziehungsgewalt der Natur und der Dinge zu stärken und negative Einflüsse, wie Gesellschaft , Wissenschaft , Kunst und Zivilisation zu verhüten.

Rousseau kann als Vertreter des handlungsorientierten Unterrichts gesehen werden:. Damit errichtete Rousseau bereits im Jahrhundert die Grundmauern zum Gedankengebäude der Erlebnispädagogik. Thoreaus Ziel war das ursprüngliche und unmittelbare Leben ohne Mittler. Thoreau machte, wie auch Rousseau den damals herrschenden Zeitgeist, wie Luxus , Bequemlichkeit , Mode , Zivilisation und Technik für den Verlust der Unmittelbarkeit verantwortlich.

Neben der Natur, an der jeder jederzeit kostenlos lernen konnte, war Thoreau der Ansicht, dass die Einrichtung von Volkshochschulen den Menschen die Bildung und Weltsicht verschaffen sollten. Diese Erfahrungen dokumentierte er in seinem Schlüsselwerk von Walden oder Leben in den Wäldern engl.

Originaltitel Walden; or, Life in the Woods [5]. Bei einem weiteren wichtigen Vertreter, John Dewey , ist der Begriff der Erfahrung zentral:. Die passive Seite ist ein Erleiden, ein Hinnehmen. Wenn wir etwas erfahren, so wirken wir auf dieses Etwas zugleich ein, so tun wir etwas damit, um dann die Folgen unseres Tuns zu erleiden. Wir wirken auf den Gegenstand ein, und der Gegenstand wirkt auf uns zurück.

Der Prozess des Lernens steht im Vordergrund, dieses Lernen findet seinen Bezug in den sozialen Aktivitäten des Kindes, seiner Lebenswelt und fordert das Kind, darf es jedoch nicht überfordern. Er ist mit der Pfadfindermethode einer der geistigen Väter der modernen Erlebnispädagogik. Kilpatrick , einem Zeitgenossen Baden-Powells. Zur Pfadfinderbewegung gehörten weltweit mehr als 38 Millionen Kinder und Jugendliche aus Ländern.

Die Methode wurde von vielen anderen Jugendverbänden übernommen und hat die Jugendarbeit und die Sozialpädagogik beeinflusst. Viele Elemente wurden ins Outdoortraining übertragen und werden bis heute im Managementtraining und Teamtraining eingesetzt. Luserke entwickelte bereits während seiner pädagogischen Tätigkeit in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf ab über zwei Jahrzehnte das schulische Laienspiel , das jedem Schüler die Möglichkeit einer darstellerischen und tänzerischen Ausdrucksform eröffnete.

Kurt Hahn war ein deutscher Pädagoge , der als Urvater der Erlebnispädagogik gilt und von bis lebte. Er wirkt mit seinen Konzepten bis heute in die Entwicklung und Umsetzung der Erlebnispädagogik hinein.

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Sein Verständnis vom Erleben und von Erlebnissen, seine zur Veranschaulichung gewählten Bilder wirken bis in die heutigen Schulmodelle, die in der Schule Schloss Salem angeboten werden. Ebenso stehen die Outward Bound Schools für die weltweit verbreiteten Bildungsstätten erlebnispädagogischer Ausrichtung. Kurt Hahn kann keine konventionelle Karriere als Lehrer oder Erzieher vorweisen.

Trotzdem hat er Teilbereiche der Pädagogik entscheidend beeinflusst.

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Die Erlebnispädagogik hatte mit Hahn um in Deutschland ihren ersten Höhepunkt. Sie wurde in der Reformpädagogik zu einem wichtigen Pfeiler des Unterrichtsverständnisses. In der Dissertation von Waltraut Neubert , einer akademischen Schülerin von Herman Nohl Universität Göttingen , wurde dies deutlich.

Hahn selbst war Vertrauter und politischer Berater des Prinzen Max von Baden und leitete bis das Landerziehungsheim Schule Schloss Salem.

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Hahn wandte sich mit seiner Pädagogik gegen die von ihm durch Beobachtungen diagnostizierten Verfallserscheinungen seiner Zeit:. Er war der Meinung, dass nicht die Dauer, sondern die Intensität eines Erlebnisses und das persönliche Engagement für den Lernerfolg entscheidend sind. Mit einem erlebnistherapeutischen Konzept sollten diese Krankheiten der Gesellschaft bekämpft werden, um so heilenden Kräften zur Entfaltung zu verhelfen.

Kurt Hahn war stets bemüht, möglichst viele Jugendliche zu erreichen. Die Teilnehmer an den vierwöchigen Kursen waren bis jährige Schüler. Den vier festgestellten Mangel- und Verfallserscheinungen setzte Kurt Hahn Elemente seiner Erlebnistherapie entgegen:. Die Wirksamkeit der Erlebnistherapie hängt im Wesentlichen von der Erlebnisqualität der Aktionen ab. Heilsame Erinnerungsbilder, die Jahre später noch abrufbar sind, sollten bei späteren Bewährungsproben steuernd wirken.

Hahn hatte das Segeln schon früh in sein Konzept der Erlebnistherapie eingefügt. So erwarb seine Schule Schloss Salem bereits in den er Jahren ein eigenes Segelschiff, das auf dem Bodensee stationiert war und als Element der Gemeinschaftsbindung und Wagniserziehung genutzt wurde. Ende der 50er kam ein Ruderboot später mit einer Besegelung versehen dazu, das von der Seenotrettung erworben worden war.

Ebenso wie ein wenig später in Dienst gestellter Motorkutter, mit dem Einsätze bei schwerem Wetter auf dem Bodensee gefahren wurden, um z. Von der Zweigschule Spetzgart aus betrieben, die einen eigenen Kapitän beschäftigte. Anfangs wurden auch Segelprojekte zur Resozialisierung von straffällig gewordenen und drogenabhängigen Jugendlichen eingesetzt.

Kurt Hahn verstand die Natur- und Kulturlandschaften als erste und wichtige Handlungsfelder seiner Erziehung. Voraussetzung und Bedingung waren für ihn die Ernsthaftigkeit und Unmittelbarkeit der Situation. In der deutschen Erziehungswissenschaft nach wurde die Erlebnistherapie nach Kurt Hahn nur am Rande wahrgenommen.

Heute sind seine Ansätze von Echtzeit, Direktheit und Authentizität in einer hochtechnisierten und durchmediatisierten Welt gefragter denn je. Die Instrumentalisierung erlebnispädagogischer Elemente und die Vermischung mit nationalsolzialistischen Inhalten durch die Nationalsozialisten war ein Grund, dass erlebnispädagogische Ansätze zunächst nicht aufgegriffen wurden. Die Alliierten versuchten mit Nachdruck, in die Erziehung der deutschen Jugend einzugreifen.

Dazu wurde ein Programm aufgelegt, das die vorhandenen Einprägungen des Nationalismus löschen sollte. Es waren vornehmlich Jugendverbände, die ab in Deutschland mit ihren pädagogischen Ansprüchen und Inhalten auf Elemente der Erlebnistherapie zurückgriffen, meistens jedoch unbewusst und intuitiv. Meistens ging es dabei mehr um verbandspolitische Interessen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte von Hahns Erlebnistherapie haben sich seitdem verändert. Jörg W. Ziegenspeck sah sich dem von Kurt Hahn hinterlassenen Outward Bound-Konzept verpflichtet und nahm dazu erstmals systematisch Stellung. Einer ihrer Vertreter, Franz Pöggeler erweiterte den Begriff in zwei Richtungen. Zum einen sah er Erlebnispädagogik auch als eine Pädagogik der Kulturen und förderte eine Weltpädogogik [21] , die auf gegenseitigem Verständnis der Kulturen beruht.

Zum anderen erkannte er, dass Erlebnispädagogik nicht nur auf Kinder und Jugendliche beschränkt sein dürfe. Er engagierte sich daher für das gemeinsame Erleben von Eltern und Kindern und ganzen Familien. Er erweiterte den Begriff Erlebnispädagogik zu einer Freizeitpädagogik. Ausdruck dieses Bemühens war unter anderem der Aufbau eines umfassenden Jugendherbergsnetzes.

Er war viele Jahre Bundesvorsitzender des Deutschen Jugendherbergswerks. Ende befahl der damalige Inspekteur des Heeres , Generalleutnant Henning von Ondarza , angeregt durch das Adventurous Training der Britischen Streitkräfte , seinem Führungsstab die Vorlage eines Entwurfs für eine Erlebnisorientierte Ausbildung EOA des Heeres als Investition in die Attraktivität des militärischen Dienstes und in die Überlebenschancen der Soldaten im Einsatz.

Ziel der EOA ist es, die Geistes- und Charakterkräfte des einzelnen Soldaten — insbesondere die des Führers, wie auch den Zusammenhalt der soldatischen Gemeinschaft zu stärken, um den Belastungen eines möglichen Einsatzes gewachsen zu sein und — bezogen auf die militärischen Führer — diese zu befähigen, eine entsprechend anspruchsvolle Ausbildung im Frieden gestalten zu können.

Deshalb basiert Erlebnisorientierte Ausbildung vornehmlich auf Aktivitäten in besonders fordernden Bereichen der Natur wie Gebirge, Binnengewässer und Meer, Höhlen und dem Luftraum: Bergsteigen und Klettern , Skihochtouren , Wildwasserfahren , z. Rafting , Höhlenbegehungen , Fallschirmspringen — auch freier Fall —, Hochsee- und Küstensegeln. Das Konzept sah eine das ganze Heer umfassende Ausbildungsorganisation in der Führer- und Truppenausbildung vor.

Dennoch haben Elemente der Erlebnisorientierten Ausbildung in reduziertem Umfang Eingang in die Führer- und Truppenausbildung gefunden. Mit dieser Bezeichnung gelang es, der Praxis in der Freizeit- und Jugendhilfe neuen Schwung zu verleihen, innovative und unkonventionelle Konzepte an die Stelle überkommener, mehr und mehr wirkungslos gewordener Traditionen zu setzen und lebensweltorientierten Zielen entgegenzukommen.

Bedürfnisse der pädagogischen Praxis aufgrund gesellschaftspolitischer und sozialer Veränderungen nach tragfähigen Konzepten wirkten auch auf berufsvorbereitende Institutionen in der Erzieher - und Lehrerausbildung zurück. So wurden im Institut für Erlebnispädagogik an der Lüneburger Universität intensive Anstrengungen unternommen, um der Erlebnispädagogik wissenschaftliche Bedeutung und Qualität zu verleihen.

So wurde ein wissenschaftlicher Diskurs bundes- und europaweit eröffnet, gab es Dissertationen mit erlebnispädagogischen Themen, Forschungsarbeiten und eine erste Habilitation an der Lüneburger Hochschule. Damit wird zum ersten Mal das jahrzehntelange Experimentierfeld Erlebnispädagogik auf eine wissenschaftliche Grundlage und ein untereinander messbares Niveau gestellt.

Noch heute sind Natursportarten mit ihren vielfältigen Erlebnissen das Zentrum der Erlebnispädagogik. Die moderne Erlebnispädagogik wird von weiteren erlebnispädagogischen Ansätzen flankiert. Diese sind u. Für einige Bereiche wie z.