Zur psychologie der vorurteile
Subtiler Sexismus Wie auch beim subtilen Rassismus weisen Studien auf das Bestehen eines subtilen Sexismus hin. So dokumentierten zum Beispiel Janet Swim und ihre Forschungsgruppe das Vorhandensein von "modernem Sexismus", eine Form von Vorurteil analog zum "modernen Rassismus", der in Tabelle 3 aufgeführt ist.
Peter Glick und Susan Fiske , zufolge beinhaltet "ambivalenter Sexismus" zwei getrennte, aber zusammenhängende Komponenten: 1 feindseliger Sexismus mit negativen Gefühlen gegenüber Frauen und 2 benevolenter Sexismus, eine ritterliche Ideologie, die denjenigen Frauen Schutz und Zuneigung entgegenbringt, die konventionelle Geschlechtsrollen annehmen. Da benevolenter Sexismus oberflächlich wie eine Tugend und nicht wie ein Vorurteil erscheint, kann er unbemerkt und sogar von den Frauen selbst aufrechterhalten werden Glick et al.
Wie auch im Fall positiver Stereotypen ist benevolenter Sexismus weit entfernt von wohlwollend oder gütig. Er schränkt nicht nur die Freiheit von Frauen ein und unterstützt ihre Abhängigkeit von Männern, sondern die Anwesenheit benevolenten Sexismus unter Frauen bedeutet, dass sie oft als Gefangene und Wächterinnen gleichzeitig agieren. Seite 10 von Die Psychologie des Vorurteils: Ein Überblick.
Subtile Formen des Vorurteils Wie dieser kurze Überblick zeigt, sind die Wurzeln des Vorurteils vielseitig. Einige der tiefreichendsten und am meisten untersuchten Wurzeln sind Persönlichkeitsfaktoren, wie rechtsgerichteter Autoritarismus und soziale Dominanz-Orientierung, kognitive Faktoren, wie die menschliche Neigung, kategorisch zu denken, motivationale Faktoren, wie das Bedürfnis nach Selbstwertgefühl, und soziale Faktoren, wie unnachsichtige Ingroup-Attributionen für Outgroup-Verhalten.
Forschung auf diesem Gebiet legt nahe, dass voreingenommene Einstellungen keineswegs auf wenige pathologische oder irregeleitete Individuen begrenzt sind.
Sozialpsychologische Vorurteilstheorien
Jedoch gibt es auch Grund zum Optimismus. Historisch betrachtet lassen viele virulente Spannungen von Vorurteil und Diskriminierung zweifellos nach. Zur Vergangenheit gehören das Naziregime in Deutschland und der Holocaust, legalisierte Sklaverei, Lynchereien des Ku Klux Klan. Vergangen ist auch die Zeit, wo auf der ganzen Welt die meisten Frauen nicht wählen oder politische Ämter bekleiden durften.
In vielen Ländern haben Multikulturalismus und Diversität weitere Verbreitung gefunden als jemals zuvor, was sich in der steigenden Beliebtheit von Weltmusik und internationaler Küche, in Geschichte und kulturellen Festen und in Bürgerrechten für historisch stigmatisierte Bevölkerungsgruppen widerspiegelt. Zu diesen Bevölkerungsgruppen gehören Menschen mit Behinderungen, Eingeborene und Ureinwohner z.
Subtiler Rassismus Seit den er Jahren wurden mehrere zusammenhängende Formen subtilen Rassismus untersucht siehe Tabelle 3 für eine Übersicht.
Soziale Vorurteile: Beispiele, Anpassung & Psychologie
In dieser ziemlich aufreibenden Untersuchung erhielt ungefähr die Hälfte der ProbandInnen einen fiktiven Brief von der Unternehmensleitung mit folgendem Inhalt: Unsere Organisation strebt an, eine Passung zwischen den Charaktereigenschaften unserer RepräsentantInnen und den Charaktereigenschaften der Bevölkerung herzustellen, denen sie zugeordnet werden. In dem speziellen Gebiet, dem die von Ihnen ausgewählten RepräsentantInnen zugeteilt werden, leben relativ wenige Angehörige von Minderheitsgruppen.
Angesichts dieser besonderen Situation erachte ich es für wichtig, dass Sie niemanden anstellen, der oder die einer Minderheitsgruppe angehört. Es lässt sich also sagen, dass unter Bedingungen attributionaler Ambiguität, die es den Menschen ermöglichen, nicht vorurteilsbehaftet zu erscheinen, sogar "subtile" Formen von Rassismus einen hohen Zoll von Rassenminderheiten fordern kann.
Tabelle 3.
Psychologie Heute Dossier: Vorurteile
Formen von subtilem Rassismus Name. Ambivalente RassistInnen erleben einen emotionalen Konflikt zwischen positiven und negativen Gefühlen gegenüber stigmatisierten Rassengruppen. Moderne RassistInnen erachten Rassismus als falsch, aber betrachten Rassenminderheiten als Gruppen, die ungerechtfertigte Ansprüche stellen oder zu viele Ressourcen erhalten. Aversive RassistInnen glauben an egalitäre Prinzipien, wie Gleichheit der Rassen, aber sie hegen persönliche Aversionen gegen Minoritäten.