Psychologische rolle

Nach einer Weile bilden sich in Gruppen bestimmte soziale Rollen für die Mitglieder heraus. Diese Rollen prägen die Gruppendynamik in jedem Arbeitsteam: Aufgabenteilung, Interaktion und Kommunikation, Konflikt und Leistung. Und erst diese Rollen machen ein Team aufgabenteilig und handlungsfähig — wenn es gut läuft. Idealerweise sind dann alle wichtigen Rollen für den Teamerfolg gut besetzt.

Jedes Gruppenmitglied identifiziert sich mit seiner Teamrolle und kümmert sich darum. Oft läuft es aber nicht gut: Mitglieder einer Gruppe machen dann was sie wollen, Verantwortungen sind unklar und wichtige Funktionen bleiben unbesetzt. Dieser Beitrag gibt eine Definition für soziale Rolle , zeigt ihre Merkmale und diskutiert warum und wie verschiedene Rollen in Gruppen entstehen.

Er stellt die unterschiedlichen Arten von sozialen Rollen vor und beschreibt die Bedeutung von Status und Hierarchie in Gruppen und Teams. Autor: Diplompsychologe Professor Dr. Florian Becker.

Psychologische Rollenspiele

Was ist eines soziale Rolle? Es gilt folgende Definition :. Mangelnde Leistung ist dann das Resultat, wenn Führungskräfte Personen den falschen Rollen zuweisen, für die sie wenig Kompetenz mitbringen Morgeson, DeRue und Karam, Oft entstehen diese Rollen aber implizit von selbst aus der Gruppendynamik. Menschen haben dann auf einmal einen bestimmten Verhaltensbereich, den sie abdecken, zeigen ein charakteristisches Verhaltensmuster.

Ein simples Beispiel — jemand wechselt einmal den Toner für den Drucker im Büro. Irgendwann wird das zur Selbstverständlichkeit, er macht das dann immer, es wird sogar von ihm erwartet. Jemand hat bereits gewisse Kompetenzen und Interessen in einem Feld, bekommt immer mehr Zustimmung und sozialen Status als Experte, vertieft sein Wissen weiter und festigt seine soziale Rolle als Spezialist für ein bestimmtes Thema.

So wie der Begriff soziale Rolle definiert ist, leiten sich Merkmale sozialer Rollen ab:. Aber es gibt auch Abweichungen von dieser heilen Welt.

Soziale Rollen: Definition und Bedeutung in Gruppen

Entlang der Merkmale von sozialen Rollen sind auch Rollenkonflikte vorprogrammiert. Die Definition für soziale Rollen weist auch auf mögliche Rollenkonflikte hin:. Wenden wir nach den Rollenkonflikten den Blick ganz konkret auf die Entstehung. Warum entstehen überhaupt soziale Rollen in Gruppen? Dazu der nächste Abschnitt.

Gruppenmitglieder verhalten sich nicht alle gleich. Sie haben bestimmte soziale Rollen. Die einzelnen Gruppenrollen entstehen letztendlich aus verschiedenen Einflüssen :. Besonders fruchtbar für die Frage nach Arten sozialer Rollen in Gruppen ist die Forschung zu Teamrollen. Hier gibt es die verschiedensten Ansätze. Teilweise werden hier neun Rollen und mehr unterschieden, was relativ unübersichtlich wird.

Am bekanntesten ist sicher der Ansatz der neun Teamrollen von Meredith Belbin Belbin, Fasst man die verschiedenen Ansätze zusammen, dann kommt man grob zu drei übergeordneten sozialen Rollen, die man in verschiedenen Gruppen finden kann, egal ob es ein Sportteam, eine Familie oder ein Arbeitsteam ist. Wichtige Funktionen können Entwickeln von Ideen, Bewertung von Alternativen, Vermarkten von Lösungen und das Umsetzen oder Kontrollieren von Plänen sein.

Auch das organisieren von guten und rechtzeitigen Entscheidungen im Team gehört zu den aufgabenorientierten Rollen.

Soziale Rollen: Definition und Bedeutung in Gruppen – Wirtschaftspsychologische Gesellschaft

Zu dieser sozialen Rolle gehört auch sich um die Entwicklung der Mitglieder im Team und des ganzen Teams zu kümmern. Typischerweise stehen diese Rollen in Kontakt mit Führungskräften, Kunden und Vertretern anderer sozialer Gruppen. In den genannten drei Kategorien für soziale Rollen in Gruppen spiegeln sich auch wichtige Voraussetzungen für Teamleistung wieder: Die Aufgabe wird durch aufgabenorientierte Rollen angesprochen , das Team wird durch teamorientierte Rollen gepflegt und das Umfeld wird von politischen Rollen gestaltet.

Eine gute und ausgewogene Rollenverteilung ist daher eine Grundvoraussetzung für die Leistungsfähigkeit jeder sozialen Gruppe. Eng mit den Rollen verknüpft ist der Status der Teammitglieder. Diesen Aspekt in Teams schildert der nächste Abschnitt. Wie ist sozialer Status definiert? Einmal kann der Status des gesamten Teams betrachtet werden. Zudem fällt es Team mit hohem Status wesentlich leichter, die besten Mitglieder zu gewinnen und zu binden.

Entsprechend ratsam ist es, den Status von Teams zu erhöhen. Dies lässt sich in Form von Anerkennung oder besonderer Herausstellung der Leistungen und Verdienste umsetzen. Das Buch zu diesem Online-Text vom Bestsellerautor. Diplompsychologe Prof. Florian Becker liefert:. Das hat mehrere ganz konkrete Auswirkungen:.

Der Schaukasten leitet aus diesen Erkenntnissen zu sozialem Status in Gruppen Tipps für die Praxis ab. Dem Mitglied mit dem höchsten Status in Gruppen kommt eine besondere Bedeutung zu:.

Im Beruf übernehmen wir Rollen

Wo Menschen gemeinsam in Gruppen arbeiten, ist über kurz oder lange auch das Thema Konflikt auf der Tagesordnung. Die nächsten Kapitel befassen sich daher mit Konflikt in Teams. Florian Becker Teamrollen: Mitglieder besetzen soziale Rollen im Team In diesem Beitrag:. Eine soziale Rolle ist definiert als das charakteristische Verhaltensmuster, das eine Person in einer Gruppe zeigt, mit dem sie sich identifiziert und das die anderen Gruppenmitglieder von dieser Person erwarten.

Bestimmte Rollen sind schon alleine für das erfolgreiche Erledigen der Aufgaben wichtig: Diese können als aufgabenorientiert beschrieben werden. Andere Gruppenmitglieder bekleiden gruppenorientierte Rollen und kümmern sich um Konfliktmanagement oder die Ermutigung und Motivation der Gruppenmitglieder. Aus den Forschungsergebnissen lassen sich klare Tipps für die Praxis ableiten: Damit ein Team erfolgreich ist, empfiehlt sich bei der Rollenverteilung eine Mischung aus den oben angeführten Kategorien.

Achten Sie darauf, dass Personen mit den entsprechenden Voraussetzungen für die drei Arten von Rollen in den Teams sind. In diesem Zusammenhang ist es wichtig Rollenkonflikte möglichst gering zu halten. Nicht nur innerhalb einer Person können Rollen zu Konflikt intrapersoneller Konflikt führen. Auch zwischen den Personen in Teams kann wegen unklarer Rollen Rollenambiguität und damit unklaren Zuständigkeiten Konflikt entstehen.

Man spricht dann von interpersonellem Konflikt. Entsprechend sind Rollen und Rollenerwartungen möglichst klar im Team festzulegen. Rollenerwartungen bezeichnen die Erwartungen, die andere an das Verhalten einer Person in einer gewissen Position haben. Diese Erwartungen sollten idealerweise auch der subjektiven Rollenwahrnehmung der betroffenen Person entsprechen. Decken sich Rollenerwartung der anderen Mitglieder und Rollenwahrnehmung des einzelnen Mitgliedes nicht, dann ist Konflikt sehr wahrscheinlich.

Drei Rollen hört sich doch wenig an. Braucht man da nicht mehr verschiedene zur Abgrenzung? Die drei übergeordneten Rollen reichen gut aus, denn sie beschreiben die wichtigen Handlungsbereiche in der Teamarbeit — Aufgabe, das Team selbst, Politik. Man kann dann innerhalb der Rollen noch Nuancen bilden und weiter ausdifferenzieren — etwa, dass jemand mit einer teamorientierten Rolle sich vor allem um die Entwicklung und das Lernen der Mitglieder kümmert.

Das stiftet keinen Mehrwert, schafft nur Verwirrung, ist nicht wissenschaftlich. Lassen Sie sich davon nicht anstecken und verwirren. Status ist der soziale Rang in der Hierarchie, der einzelnen Personen von ihrer sozialen Gruppe zugeschrieben wird oder den eine ganze soziale Gruppe innehat. Teamarbeit, Teampsychologie, Teamentwicklung: So führen Sie Teams!

Florian Becker liefert: praxiserprobte Tipps aus unseren Projekten mit Top-Unternehmen und Team-Workshops wissenschaftliche Qualität aus jahrzehntelanger Forschungsarbeit verständlich und kompakt , weil Ihre Zeit kostbar ist Ihr Vorsprung bei Teamarbeit. Dem Mitglied mit dem höchsten Status in Gruppen kommt eine besondere Bedeutung zu: Einmal können Teammitglieder mit hohem Status als eine Art Medizin bei Gruppen eingesetzt werden, wenn die Normen und das Verhalten einer Gruppe vom wünschenswerten abweichen.

Ranghohe Gruppenmitglieder gehen mit gutem Beispiel voran und die anderen Gruppenmitglieder folgen dem neuen Verhalten. Ein weiterer Aspekt ist, dass gerade durch Interventionen — etwa durch Trainings — bei den Mitgliedern mit hohem Status besonders viel erreicht werden kann. Diese bieten anderen Gruppenmitgliedern als Vorbilder Orientierung.

Sie wirken als Leuchttürme und Multiplikatoren. Auch als Agenten für Veränderung und Change-Management eignen sich statushohe Mitglieder gut. Konsequenterweise sollten natürlich bei der Auswahl von Führungskräften Personen mit hohem Status besonders berücksichtigt werden. Diese können leichter das Verhalten der Teams beeinflussen, führen als Vorbild. Der Status von Personen in der Gruppe und die formelle Position im Organisationsplan sollten sich decken, damit es nicht zu Wahrnehmungen von Ungleichgewicht kommt.

Ansonsten gibt es die Gaffer, dass die Gruppe ihre Führungskräfte nicht akzeptiert und dass auf der anderen Seite informelle Führungskräfte entstehen, die Einfluss haben und entfalten, obwohl sie nicht als Führungskräfte vorgesehen sind. Motivierende Teamarbeit: Erfolgreich zusammenarbeiten in der Kita Przybilla, Andrea Autor. Becker, Florian Autor.

Rolle, Status, Erwartungen und soziale Gruppe: Mitgliedschaftstheoretische Preyer, Gerhard Autor. Kapitel zurück. Kapitel vor.