Selektivität definition psychologie

Die selektive Wahrnehmung im Rahmen der Verhaltenspsychologie 2. Einflussfaktoren der Wahrnehmung 3. Determinanten der selektiven Wahrnehmung 4. Beispiele zur selektiven Wahrnehmung 5. Die Themenstellung selektive Wahrnehmung ist ein Teilaspekt der Verhaltenspsychologie. Bei der selektiven Wahrnehmung werden bestimmte Aspekte der Umwelt dargestellt, wahrgenommen und ausgeblendet.

Diese Wahrnehmung ist ein psychologisches Phänomen und allgegenwärtig. Ziel dieser Hausarbeit ist es, die komplexen Zusammenhänge der Verhaltenspsychologie zu untersuchen, insbesondere unter Analyse der selektiven Wahrnehmung des Menschen, welche zu einem unterschiedlichen Verhalten führt. Bewusste und unbewusste Wahrnehmungen, die zu Handlungsentscheidungen führen, werden durch unterschiedliche Stufen der Wahrnehmung gefiltert und durch das gelernte Verhalten des Individuums bestimmt.

Selektive Wahrnehmung – Wikipedia

Hierbei ist zu prüfen, ob es sich bei der Wahrnehmung um einen bewussten oder unbewussten Prozess handelt. Es wird zu untersuchen sein, ob eingehende Informationsreize im Gehirn bewusst verarbeitet werden und nach Selektionen zu Handlungsentscheidungen führen. Bei einer ungefilterten Wahrnehmung würde es zu einer Reizüberflutung kommen und das menschliche Gehirn würde überlastet werden.

Um diesen Filterprozess und die unbewusst ablaufenden Prozesse zu verdeutlichen, zeigt diese Hausarbeit die unterschiedlichen Ansätze verhaltens-psychologischen Abläufe auf. Die vorliegende Abhandlung befasst sich mit der selektiven Wahrnehmung im Rahmen der Verhaltenspsychologie, den Einflussfaktoren der Wahrnehmung und den Determinanten der selektiven Wahrnehmung.

Die Psychologie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen und gilt als empirische Wissenschaft, dies bedeutet, dass psychologische Modelle und Hypothesen anhand von Experimenten untersucht und überprüft werden. Auch versucht die Psychologie das Erleben und Verhalten von Menschen zu beschreiben und vorherzusagen.

Diese Wissenschaft überschneidet sich mit anderen Wissenschaften, wie der Geistes- und Naturwissenschaft. Das Erleben beschreibt die Wahrnehmung, das Denken, Fühlen oder das Wollen. Das Verhalten beschreibt hingegen das soziale Handeln und die Kommunikation. Die Verhaltenspsychologie beschäftigt sich mit dem Verhalten des Menschen, welche durch die Wahrnehmung beeinflusst wird.

Ein Teilbereich der Wahrnehmung ist die selektive Wahrnehmung. Die Informationsauswahl hängt von dem bewusst gesteuerten subjektiven Verhalten des Menschen ab. Wohingegen die Wahrnehmung der Umwelt bei jedem Menschen anders wahrgenommen wird und eine passive Aufnahme von Reizen ist. Die wahrgenomme Welt ist bei jedem Menschen unterschiedlich in der Vorstellung verankert und es kann keine Aussage über die "richtige" oder die falsche" Umweltwahrnehmung getroffen werden.

Durch unterschiedliche subjektive Wahrnehmungen von objektiven gleichen Sachverhalten werden verschiedene Abbilder der Welt "konstruiert". Das menschliche Informationssystem nimmt Wahrnehmungen nur selektiv auf und so kann es bei zwei Menschen nicht zu einer gleichen Auswahl von Informationen kommen, da jeder Mensch eine andere Prägung der Welt erhalten hat. Der Konstruktivismus besagt, dass Menschen ihre Umwelt nicht einfach im Gehirn abbilden können, sondern zunächst eine Konstruktion von der Umwelt schaffen.

Dadurch, dass jeder Mensch eine andere Prägung, Erfahrung und Vorstellung von der Welt hat, ist auch jede Konstruktion von der Welt im menschlichen Gehirn leicht oder stark unterschiedlich. Der Prozess der Wahrnehmung ist das entscheidende Kriterium für das Verständnis, wie sich Menschen in Organisationen verhalten.

Die Wahrnehmung eines Menschen gibt vor, wie erhaltene Informationen verarbeitet und die Reaktion auf die Umwelteinflüsse wiedergegeben werden. Der Wahrnehmungsprozess bleibt dem Bewusstsein des Individuums verborgen. Die Bewusstseinsschaffung erfolgt erst bei dem Ergebnis dieses Prozesses, z. Die fünf Sinnesorgane des Menschen sind Auge, Haut, Ohr, Nase, Zunge. Hier werden visuelle Reize, Lautstärken, Bewegungen, Gerüche, Wärme, Kälte, Schmerz oder Geschmäcker wahrgenommen.

Durch einen visuellen Reiz werden elekro-chemische Prozesse als Impuls im Nervensystem zu Informationen verarbeitet. Da es zu einer Fülle von Reizen auf die menschlichen Sinnesorgane kommt, bedarf es einer Filterung. Es wird geschätzt, dass es zu einer Anzahl von etwa Bytes in Form von Reizen pro Augenblick kommt.

Diese inneren Sinnesreize sind auch für eine weitere Unterscheidung in der Gestaltung der Wirklichkeit von verschiedenen Menschen verantwortlich, da jeder Mensch eine andere persönliche Einstellung von seiner Welt hat. Auch werden vermehrt Wahrnehmungen gefiltert, welche in der Vergangenheit bereits zu bewährten Entscheidungen geführt haben und so wird die Informationsverarbeitung basierend auf Stufe der Erkenntnis von innen heraus gesteuert.

Unter dem Gesetz der Wahrnehmung versteht man die Realitätsbildung der Umwelt, um aus einer Vielzahl von Reizen eine wahrnehmbare Ordnung zu bilden. In der Psychologie wird diese Thematik auch als "Gestaltpsychologie" bezeichnet. Der Mensch strebt eine "gute Gestalt" an, um einen Gesamtzusammenhang zwischen den vielen Informationen bilden zu können.

Die wichtigsten Gestalten sind hierbei das Gesetz der Ähnlichkeit, in dem ähnliche Figuren als gleichartig wahrgenommen werden. Das Gesetz der Prägnanz, welches besagt, dass unter vielen Objekten das eine auffällig ist, welches anders ist als die anderen Objekte und somit selektiv als Hauptobjekt wahrgenommen wird. Durch das Gesetz der Nähe werden nahe beieinanderliegende Reize als zusammengehörig wahrgenommen.

Das Gesetz der Geschlossenheit besagt, dass Objekte als Ganzes, Vollkommenes wahrgenommen werden, auch wenn sie nicht in sich geschlossen sind. Dies ist das Streben des Menschen, eine "gute Gestalt" in verschiedenen Dingen zu erkennen und die Sinneswahrnehmung zu vereinfachen. Erhöhte Aufmerksamkeit werden auch durch Bewegungsreize hervorgerufen.

In diesem Gesetz der Bewegung wird beschrieben, wie unterschiedliche Reize, die in eine Richtung laufen als Ganzes und zusammengehörig beschrieben werden. Hier versucht das menschliche Wahrnehmungsvermögen Zusammenhänge und Informationen, welche bereits bekannt sind, anzuwenden, um eine Gestalt aus dem Reiz filtern zu können.

Mit Hilfe solcher Gesetze versucht die Gestaltpsychologie zu erklären, wie verschiedene Interpretationen und eine selektive Informationsauswahl genutzt werden, um eingehende Reize leichter zu filtern, entschlüsseln und zu einer Reaktion ausprägen zu können. Bei der Auswahl von Informationen handelt es sich um einen aktiven Prozess und spiegelt die Leistung des Individuums wider.

Von einer bewussten Informationsverarbeitung spricht man, wenn Reize, die Aufmerksamkeit erzeugen, eine effiziente Berücksichtigung finden. Zur bewussten Wahrnehmung gehört die Entschlüsselung von inneren Reizen. Erst durch deren Entschlüsselung werden die aufgenommenen Reize zu Informationen für den Menschen.

Wellenlänge des Lichts, Schallintensität , eine physiologische z. Farbempfindung, Gerüche oder Berührungen. Die bewusste Informationsverarbeitung ist ein komplexer Prozess, der mit anderen Vorgängen, wie Aufmerksamkeit, Denken und Gedächtnisleistung eng verknüpft ist. Deshalb ist es nur schwerlich möglich, die Wahrnehmung als eigenständigen Vorgang darzulegen. Die komplexen Verknüpfungen erschweren es, die Wahrnehmung objektiv zu betrachten und von anderen psychologischen Prozessen zu isolieren.

Der Mensch selektiert die Wahrnehmung mit Hilfe von Filtern, unter Zuhilfenahme von Emotionen, Erfahrungen und Erwartungen. Die Qualität der Reize ist bestimmend für die Vorauswahl der Wahrnehmung. Vor allem werden Erziehung und Erfahrung aus der Kindheitsprägung als Hauptkriterium für eine Selektion herangezogen.

Somit steuern die gelernten Normen und Werte die Denk- und Wahrnehmungsweise. Dies führt dazu, dass der Mensch vorwiegend jene Reize wahrnimmt, welche seinen Wünschen und Bedürfnissen am Besten entsprechen. Diejenigen Wahrnehmungen werden registriert, die sich für den Menschen für sein weiteres Verhalten als nützlich erweisen.

Je mehr sich das Individuum auf die bewusste Wahrnehmung von zielerreichenden Reizen konzentriert, desto weniger werden unbewusste Wahrnehmungen aufgenommen und entgehen der Person, obwohl diese unbewusst aufgenommenen Reize auch von Bedeutung sein könnten. Dies geschieht, obwohl die Reize nicht beobachtet werden konnten. Jeder Mensch schafft sich seine eigene Wirklichkeit und seine eigene Weise, wie er die gefilterten Daten individuell und subjektiv verarbeitet, um aus dem Wahrgenommenen eine Information zu gewinnen.

Die selektive Wahrnehmung ist eine notwendige Überlebensstrategie, um der Vielzahl an Informationen entgegenzuwirken. Die Sinnesorgane nehmen eine Auslese zwischen nützlichen und unwichtigen Informationen vor. Das S-O-R-Modell leitet sich aus der psychologischen Forschungsrichtung, dem Behaviorismus ab. Der Behaviorismus ist ein zentraler Forschungsgegenstand aus der Verhaltenspsychologie und betrachtet das Verhalten eines Individuums.

Der Ursprung des Begriffes Behaviorismus entwickelte der russische Physiologe Iwan Pawlow. Er untersuchte das Verhalten von Tieren, welches sich insbesondere durch angeborene Reize zeigt. Iwan Pawlow ergründete seine Theorie aufgrund eines Versuches, indem er bei der Fütterung eines Hundes eine Glocke läutete. Das reine Glockenläuten zeigt bei einem Hund lediglich eine Orientierungsreaktion, jedoch keine andere Reaktion, wie z.

Pawlow erkannte, dass der Hund nach einiger Zeit beim Glockenläuten auch ohne den Anblick von Futter einen Speichelfluss entwickelte. Der Hund hat durch diesen Versuch eine neue Reiz-Reaktions-Verbindung gelernt. Durch den Ton der Glocke wurde ein neuer Reiz ausgelöst, der zu einer Speichelflussreaktion führte. Behavioristen gehen davon aus, dass jedes Verhalten durch einen bestimmten angelernten Reiz, der in der Umwelt hervorgerufen wurde, die Ursache für ein eben solches Verhalten ist.

Dieser Ansatz der Vorstellung wird als S-R-Modell bezeichnet. S steht in diesem Zusammenhang für den Stimulus, also den Reiz und R für die Reaktion auf den Reiz. Diese Erkenntnis konnte bei dem Verhalten in einer Organisation von Menschen nicht eindeutig angewendet werden. Bei einem Fabriktest sollte sich herausstellen, ob die Arbeiter bei einem Stimulus, in diesem Experiment die Helligkeit am Arbeitsplatz, eine Reaktion, nämlich die Arbeitsproduktivität, beeinflusste.

Bei einer Erhöhung der Helligkeit ergab sich eine Arbeitssteigerung. Die Erklärung für diesen Umstand liegt darin, dass der Testgruppe bekannt war, dass sie einem Testverfahren unterzogen wurden und besonderen Einsatz zeigten. Laut der Hawthrone-Studie wurde entdeckt, dass Reize beim Menschen ähnlich wie beim Hund wahrgenommen werden. Dieser Reiz, der zu einer Reaktion führt, wird beim Menschen gedanklich verarbeitet, bewertet und mit Motiven sowie Emotionen bestückt.

Somit ist die Reaktion bei jedem Menschen leicht unterschiedlich. So wurde das behavioristische Modell um einen weiteren psychologischen Prozess erweitert.

Selektive Aufmerksamkeit: Definition und Theorien

Das S-R-Modell wurde zum S-O-R-Modell weiterentwickelt. Hier steht das O für den Organismus, der bei jedem Menschen anders geprägt und entwickelt ist. Diese unterschiedlichen psychischen Prozesse führen auch zu unterschiedlichen Reaktionen auf Umweltreize. Das S-O-R-Modell bietet einen allgemeinen Ansatz über ein Verhalten einer Organisationsstruktur. Jedoch ist hier ein rein passives Verhalten zu erkennen, da sich die Reaktionen auf Umweltreize beziehen.

Das aktive Verhalten, z. Ein solches zielorientiertes Verhalten wird auch als eigenständige Handlung bezeichnet. Die sogenannten Handlungstheorien versuchen zu erklären, wie Menschen ein bewusstes Verhalten zeigen, um ein bestimmtes vordefiniertes Ziel zu erreichen.