Soziale identität psychologie

Es gibt vier Hauptelemente, die die SIT kennzeichnen. Dies sind:. Soweit sich nun diese Gruppen in ihrer sozialen Ausprägung unterscheiden, legt das Subjekt die Bedeutung der einzelnen Gruppen nach dem für ihn identifikationswichtigsten Kriterien auf einer persönlichen Rangskala fest. Soziale Kategorisierung bedeutet die Klassifizierung anderer Personen innerhalb eines Systems.

Die Umwelt wird auf verschiedene Merkmalsdimensionen hin geordnet und durch die Ordnung dieser Merkmalsdimensionen gelangt man zu sich gegenseitig abgegrenzte Gruppen bzw. Sich selbst als einer Gruppe zugehörig zu empfinden, entspringt dem Streben nach einen positiven Selbstbild. Eine Gruppe, die in den wichtigsten Wertdimensionen mit denen des Individuums übereinstimmt, ist für dieses Individuum selbstwertsteigernd.

Die soziale Kategorisierung ist notwendig um die im nächsten Abschnitt angesprochene soziale Identität zu erreichen. Die soziale Identität beinhaltet hingegen die Selbstinterpretation als ein an einer Gemeinschaft teilnehmendes Individuum, als Teil des Ganzen. Man versucht, zu einer positiven sozialen Identität zu gelangen, indem man versucht, die Eigengruppe von der Fremdgruppe positiv abzugrenzen.

Unterschiede zwischen der Ingroup und der Outgroup werden hervorgehoben. Die Eigengruppe wird stets als die bessere wahrgenommen. Soziale Identität ist der kognitive Mechanismus, der Gruppenverhalten möglich macht. Die Summe all dieser Zuschreibungen, die man für sich selbst trifft, also die Summe aller sozialen Identifikationen, ergeben die soziale Identität. Sie entsteht, indem die eigenen Merkmale mit Merkmalen in der Gruppe verglichen werden.

Die soziale Identität steht im Gegensatz zu individuellen Identität, die die Selbstinterpretation als Zwei Prinzipien bestehen in dieser Verbindung, nämlich die kognitiven Prozesse der sozialen Kategorisierung und den motivationalen Prozessen denen das Bedürfnis nach positiver sozialer Identität entspringt. Positive Ergebnisse für die eigene Gruppe können durch zweierlei Art und Weisen zustande kommen.

Entweder man favorisiert die Ingroup oder man wertet die Vergleichsgruppe ab.

soziale Identität: Lexikon Definition

Beide Strategien beruhen auf der Überlegenheit der Ingroup der Outgroup gegenüber. Es geht darum, sich möglichst von der Vergleichsgruppe abzuheben. Man möchte wesentlich besser sein als die Vergleichsgruppe. Möglichst viele positive Vergleichsergebnisse führen zu einer positiven sozialen Identität. Je mehr sich die eigene Gruppe von der Vergleichsgruppe abhebt, desto positiver wird die soziale Identität erlebt.

Voraussetzung dafür ist die Vergleichbarkeit der Gruppen. Je ähnlicher sich Gruppen in verschiedenen relevanten Vergleichsdimensionen sind, desto eher kommt es zu sozialen Wettbewerb und kompetetiven Verhalten bzw. Die Selbstwerterhaltungstheorie von TESSER erklärt diese Zusammenhänge sehr gut. Die Theorie der sozialen Identität steht somit im Gegensatz zu Theorien, die einen positiven Zusammenhang zwischen Ähnlichkeit und Attraktivität postulieren wie etwa die Verstärkungstheorie von BYRNE.

Ähnliche Individuen beurteilen sich gegenseitig positiver, als Individuen die sich verschieden erleben. Im Rahmen der Theorie der sozialen Identität nimmt der soziale Wettbewerb zwischen Gruppen zu, je ähnlicher sie sich sind. Die ÄhnlichkeitsAttraktivitäts-Hypothese wird lediglich auf interpersonale Beziehungen beschränkt, während die Theorie der sozialen Identität für intergruppale Phänomene zur Erklärung herangezogen wird.

Die Gruppe, die sich mit einer Gruppe vergleicht, die höhere Fähigkeiten hat als die Ingroup, bedroht ihren Selbstwert. Deshalb vermeiden Gruppen den Vergleich mit offensichtlich besseren Gruppen um den Wert der eigenen Gruppe nicht in Gefahr zu bringen. Eine wichtige Rolle beim sozialen Vergleich spielt die Relevanz der Vergleichsdimension.

Nur so kommt es zu sozialen Wettbewerb. Wenn die Unterschiede als instabil und illegitim erlebt werden, kommt es zwingend zu sozialen Wettbewerb. Der soziale Vergleich ist mit der Erwartung gekoppelt, ein für die eigene Gruppe positives Ergebnis zu erzielen um positive Distinktheit der Ingroup zu erlangen. Jede Gruppe möchte ein positives Ergebnis für sich selbst erzielen.

Daraus ergibt sich, das beide Gruppen sozial negativ interdependent sind. Dies wurde durch Experimente bestätigt. Es wurde dabei nicht der maximale Gewinn, sondern die maximale Differenzierung angestrebt. Wenn das Ergebnis eines Vergleichs als befriedigend für die eigene Gruppe erlebt wird, entsteht positive soziale Distinktheit.

Die eigene Gruppe wird als besser erlebt. Es handelt sich beim Konzept der sozialen Identität um eine veränderliche Dimension, wobei die Veränderung einerseits durch Vergleichsprozesse und andererseits von Versuchen, Beziehungen zwischen den Gruppen zu verändern, bestimmt ist. Die Veränderung der sozialen Identität wird in der S. Ungesicherte soziale Identitäten entstehen nach TAJFEL immer dann, wenn die Veränderung von Gruppenbeziehungen möglich erscheint.

Die verschiedenen Veränderungsstrategien der Beziehungen werden auf einen Kontinuum zwischen sozialer Mobiltät und sozialer Veränderung unterschieden. Eine rein individuelle Lösung des Problems, das sich auftut, wenn zwischen dem Individuum und der Eigengruppe negative Distinktheit besteht, ist die soziale Mobilität:.

Daraus resultiert dann meist ein definitiver Wechsel der Bezugsgruppe, d. Neben dieser individuellen Lösung des Problems der negativen Distinktheit der Eigengruppe gibt es im Rahmen der SIT zwei weitere Strategien, die im Gegensatz zur sozialen Mobilität für die gesamte Eigengruppe gelten. Bei den Strategien der sozialen Kreativität werden neue Vergleichsdimensionen geschaffen, in denen die Eigengruppe im Vergleich zur Fremdgruppe zu einen besseren Ergebnis kommen kann.

Es ist auch möglich überhaupt die Vergleichsgruppe zu verändern, sodass der Vergleich mit überlegenen Fremdgruppen überhaupt vermieden wird und nur noch jene Fremdgruppen zum Vergleich herangezogen werden, bei dem die Eigengruppe positiver abschneidet als die Fremdgruppe. In den Strategien der sozialen Veränderung wird der direkte Wettbewerb mit der Fremdgruppe gesucht, um die Stellung der Eigengruppe zu verbessern.

Die Mitglieder der Eigengruppe werden vermehrt Verhalten zeigen, das auf eine Abwertung der Fremdgruppe abzielt. Es gibt in der Sozialpsychologie zwei Ansätze, die versuchen, auf Vorurteile und Diskriminierungen zwischen Gruppen einzugehen. Im ersten Ansatz, der Kontakthypothese, geht man davon aus, das intergruppale soziale Kontakte Vorurteile abbauen können.

Dieser Ansatz geht im wesentlichen von der Ähnlichkeits-Attraktivitätsannahme aus. Man nimmt an, das Kontakte zu Mitgliedern der Outgroup Gelegenheit geben, Ähnlichkeiten zwischen eigener und fremder Gruppe zu entdecken und das so Sympathie entstehen kann. Der zweite Ansatz geht davon aus, das Kooperation im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel soziale Vorurteile und Diskriminierung abbaut.

Diese Annahme ist nur dann erfüllt, wenn ganz bestimmte Bedingungen gegeben sind z. Anzahl der gemeinsamen Aktivitäten, Eigenschaften der Gruppen, etc.

Theorie der sozialen Identität

Im Rahmen der S. Zentral ist die Funktion des sozialen Vergleichs zwischen Gruppen um zu einer positiven Distinktheit der eigenen Gruppe zu gelangen. Man kann auch den Druck zu sozialen Wettbewerb variieren indem man die Bedingungen verändert, die die positive Distinktheit in Frage stellen. Eine Möglichkeit ist die Verringerung der Salienz der Kategorisierung in Ingroup und Outgroup.

Es bilden sich so Gruppen, die in einer Dimension streng kategorisiert sind, in den restlichen Dimensionen allerdings gemischt sind. Die Kategorisierungen überlappen sich also. Es zeigten sich bei Untersuchungen, das es tendenziell zu einer Verringerung der Outgroupdifferenzierung kommt, wenn sich die Kategorien überlappen. Die Gleichförmigkeit der Outgroup wird verringert wahrgenommen, wenn man Gruppenmitglieder über Meinungs-und Einstellungsunterschiede innerhalb der Outgroup informiert.

Durch Individualisierung der Outgroup ist es also möglich, Diskriminierung zu verringern. Diese beiden Ansätze, überlappende Kategorisierung und Individualisierung, lockern also die Kategorisierungssalienz. Der instrumentelle Wert des sozialen Vergleichs für die soziale Identität wird vermindert wodurch es zu einer Verminderung der Outgroupdiskriminierung kommt.

Wenn die sozialen Vergleiche zwischen Gruppen auf nicht-identischen Dimensionen angestellt werden, verringert sich die Outgroup-Diskriminierung zugunsten einer fairen Beurteilung. Die eigene Gruppe wird nicht unbedingt besser sondern als anders erlebt als die Outgroup. In jüngster Zeit wurde die Theorie der sozialen Identität mehrfach kritisiert. Die Begünstigung hätte demnach also nichts mit der Kategorisierung als solche, sondern mit der dadurch bedingten Sympathie zu tun.

Auch wurden Einseitigkeiten der S. Die Theorie der sozialen Identität S. Es wird versucht, kollektive Bewegungen, Interaktionen zwischen Gruppen zu erklären. Diese Theorie bietet einen interessanten Erklärungsbeitrag zur Frage nach dem Abbau von Diskriminierung zwischen Gruppen. Das Individuum sieht sich selbst im Kontext mit seiner Umwelt als Teil einer oder mehrerer Gruppen.

Man teilt sich selbst und andere Individuen in Kategorien ein. Mitglied einer Gruppe zu sein, sich als Teil eines Ganzen zu fühlen, entspringt dem Bedürfnis nach sozialer Identität, die als Teil des gesamten Selbstkonzeptes angesehen wird. Da jedes Individuum nach positiv bewerteter sozialer Identität strebt, ist es nötig, Vergleiche zu ziehen.

Ähnlichkeit zwischen Gruppen erhöht den Druck, sich wechselseitig zu differenzieren. Der soziale Vergleich hat also die Funktion, Unterschiede zwischen Ingroup und Outgroup entweder zu schaffen oder zu erhalten. Unterschiede zwischen Gruppen können desweiteren als legitim oder illegitim, als stabil oder instabil angesehen werden. Die S. Individuen können ihre Gruppe verlassen um sich einer anderen Gruppe zuzuwenden, wo sie sich günstigere Bedingungen für eine positive soziale Identität erwarten.

Diese rein individuelle Lösung, die soziale Mobilität, hat keine Auswirkung auf die Beziehung zwischen Gruppen. Andere Möglichkeiten sind der direkte soziale Wettbewerb oder die soziale Kreativität. Beim sozialen Wettbewerb versuchen die Mitglieder der Ingroup die positive Distinktheit der eigenen Gruppe zu betonen oder die Outgroup abzuwerten. Bei der sozialen Kreativität hingegen werden neue Vergleichsdimensionen gefunden, auf denen die Ingroup besser abschneiden kann als die Outgroup.

Marketing: Die soziale Identität der Kunden nutzen: manager magazin

Es ist auch möglich, die Bewertung der Ergebnisse von Vergleichen umzukehren oder sich eine neue Vergleichsgruppe zu suchen, der man im relevanten sozialen Vergleich überlegen sein kann. Die Möglichkeiten des Abbaus von Diskriminierung werden im Rahmen der S. Die Verringerung der Outgroupdiskriminierung ist auch dadurch möglich, die wahrgenommene Gleichförmigkeit der Outgroup zu verringern, indem man Individuen Informationen über Meinungs-und Einstellungsunterschiede innerhalb der Outgroup gibt.

Die Outgroup wird dadurch Individualisiert. Diese beiden Wege - überlappende Kategorisierung und Individualisierung der Outgroup - vermindern den instrumentellen Wert des sozialen Vergleichs für die soziale Identität. Es besteht auch im Rahmen der S. Kritisiert wurde die Theorie der sozialen Identität in letzter Zeit hauptsächlich ihrer Einseitigkeiten in Bezug auf soziale Identität wegen.