Mens health psychologie kindheit
Vaterschaft ist ein selten präsentes Thema in der öffentlichen Diskussion. Mütter — alleinerziehende, gebärende, gestresste — sind in aller Munde. Aber warum hat die Natur zwei Eltern geschaffen und vorgesehen, warum verschwindet oder stirbt der Mann nicht nach Zeugung oder Geburt wie bei manchen anderen Lebewesen?
Dafür gibt es einen zentralen Grund: Der Vater ist wichtig! In einer Befragung von Vätern des Deutschen Jugendinstituts Li et al. Und für viele Väter ist die Geburt ihres Kindes einer der wichtigste Momente in ihrem Leben. Von gelingender Vaterschaft, aber auch den vielfältigen Hindernissen auf diesem Weg geht es im Folgenden.
Auch um die vielen Fallstricke und Behinderungen, die eine nur vorgeblich gerechte Scheidungs- und Familienpolitik für Väter bedeutet. Beginnen wir direkt mit einem der traurigsten Kapitel, was gegenwärtig Männern in der Vaterrolle passieren kann. Über 4 Millionen Kinder sind in Deutschland von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.
Und hier spielen die Väter oft eine negative Rolle — selbstverantwortet, aber auch fremdverantwortet. Ein besonderes Entwicklungsrisiko für Kinder besteht im dauerhaft abwesenden Vater. Sicherlich können Stiefväter, Pflegeväter und Adoptivväter einen Teil dieses Defizits kompensieren. Ich will vor allem auf den Umstand hinweisen, dass abwesende Väter nicht zwingend desinteressierte, bindungsunwillige oder —unfähige Väter sind, sondern Opfer intriganten Verhaltens ihrer Ex-Partnerinnen werden, was ganz und gar nicht im Kindesinteresse sein kann.
Dies geschieht aus Rachemotiven, Narzissmus, Egoismus, Dummheit und purer Bequemlichkeit der sich aufgrund unseres Scheidungsrechts in einer sehr starken Position befindlichen Mütter. Aus Tausenden Fallgeschichten, Petitionen, Briefen und Anträgen an Familiengerichte und Jugendämter wird deutlich, dass die oft geschmähten abwesenden Väter nicht immer freiwillig , d.
Klar gibt es Väter, die sich ihrer Rolle und Verantwortung entziehen. Bisweilen werden sie nämlich von den Müttern , ihren Ex-Partnerinnen, offen oder subtil siehe im Folgenden Parental Alienation Syndrome PAS aus der Beziehung mit ihrem Kind hinausgedrängt und dauerhaft ferngehalten. Oft geschieht dies mit fadenscheinigen Argumenten und Handlungen unter dem Auge des nicht Gesetzes.
Obwohl dies das Grundrecht auf Gleichheit verletzt , werden die Rechte von erziehungs- und bindungswilligen und —fähigen Väter n in unserem Land immer noch massenhaft ignoriert und verletzt. Diese sollten aber ein faktisches Recht auf Gleichstellung und Gleichbehandlung mit den Kindesmüttern haben , wenn sie sich fair und gerecht für die Interessen ihrer Kinder und ihre Interessen als Väter einsetzen.
Auf diese schon lange strukturell gewordenen Benachteiligungen geschiedener Väter haben inzwischen viele Betroffene und Experten hingewiesen. Der Gesetzgeber hat mit einigen Mini-Reformen geantwortet, ohne dass sich die Lage an sich grundsätzlich geändert hat. Der deutschlandweit aktive Verein Väteraufbruch für Kinder e.
Das pädagogische System funktioniert nach weiblichen Regeln, welches implizit die Mutterschaft immer noch über die Vaterschaft stellt — entweder aus Mangel an Wissen und Reflexion oder ganz bewusst und gezielt. Dies muss sich ändern : Das vielbeschworene Kindeswohl ist nicht identisch mit dem Wohl der Mütter. Trennungs- und Scheidungsszenarien dürfen nicht zum Schlachtfeld der Geschlechter werden.
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Kindesvorenthaltung und Kindesentführung , durch welches Elternteil auch immer, müssen unterbunden werden , solange beide Elternteile erziehungsfähig und - bereit sind. Mediation sollte im Interesse aller zum Regelangebot werden. Längst gibt es kinderfreundliche Modelle, welche die Risiken einer Scheidung und der Zeit danach abmildern Stichwort: Residenzmodell, Nestmodell. Beide Elternteile haben eine Loyalitätspflicht gegenüber ihren Kindern und ihr Verhalten sollte danach beurteilt werden.
Alle Verantwortlichen müssen lernen, die Gleichheit und Gleichwertigkeit von Müttern und Vätern im Kindesinteresse zu respektieren. Das Wechselmodell, bei dem das Kind abwechselnd für einige Zeit bei der Mutter und dann beim Vater lebt , kann nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofes von Anfang nun auch gerichtlich angeordnet werden. Dennoch wird in Deutschland überwiegend das Residenzmodell umgesetzt.
Dabei lebt das Kind bei einem Elternteil mit dauerhaftem Wohnsitz und der zweite Elternteil erhält nur ein Umgangsrecht mit seinem Kind. Dies bringt bisweilen schnell eine Entfremdung zwischen dem Kind und dem nur mit Umgangsrecht ausgestatteten Elternteil mit sich. Die Konflikte, die sich für Männer aus den widersprüchlichen Interessen und Realitäten des modernen Alltags ergeben, betreffen die Vaterrolle aus zwei Gründen besonders.
Erstens gibt es - von den Unbelehrbaren abgesehen - heute kaum noch Väter, welche die Verantwortung für ihre Kinder nicht viel umfassender verstehen und auch wahrnehmen als die Vätergenerationen vor ihnen. Sie wollen auch seelischen Trost bieten und Vorbild für die psychisch gesunde Entwicklung sein. All dies tun sie nicht nur aus Pflichtbewusstsein, sondern auch aus einem emotionalen Bedürfnis und einer inneren Bindung an das Kind heraus.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Vater- Sohn- Beziehung zu. Aber - und das macht den zentralen Konflikt aus - je mehr der Anspruch der Männer an ihr Vater-Ideal gewachsen ist, desto mehr spüren sie, wie unvollkommen sie es heutzutage vor dem Hintergrund der herrschenden gesellschaftlichen Realität oft nur einlösen können. Es ist in erster Linie der Beruf, der ihnen nicht genug Zeit für die Kinder lässt.
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Väter fühlen sich dann unverstanden , weil sie einerseits der Ernährer und Beschützer der Familie und andererseits der engagierte und präsente Vater für Kinder sein wollen. Es herrscht erstaunlich wenig Empathie für diesen Alltagskonflikt moderner Väter. Im Falle der Mütter und berufstätigen Frauen ist die öffentliche Anteilnahme stark und empathisch.
Und wenn ich mich nicht verschlingen lasse, verschlingen sie meinen Arbeitsplatz. So einfach ist das. Aber keiner in meiner Familie will das verstehen. Und es ist ganz bestimmt auch keine Ausrede von mir. Oft haben die Väter den Eindruck, dass ihr Engagement für ihre Kinder auch von ihren Frauen nicht ausreichend gewürdigt wird. Diese haben gelernt, dass sie mit Klagsamkeit viel erreichen, Männer ziehen sich dann ins Schweigen und in die Arbeit zurück — ein Teufelskreis!
So verstärken sie ihren Stress und werden noch des mangelnden Engagements für die Familie beschuldigt. Ein anderer Grund für die Verunsicherung vieler moderner Männer liegt in dem Gefühl, dass ihr Einfluss auf die Kinder in der gleichen Weise schwindet , wie unsere Welt immer komplexer wird, die Macht der Medien das Bewusstsein der Kinder immer früher gewalttätig in Besitz nimmt und sie abhängig macht.
Es gibt immer mehr Instagram- und Youtube-Influencer und Ideale, denen die Kinder folgen. Für Eltern insgesamt eine schwierige Situation, getrennt lebende Väter werden dadurch noch weiter marginalisiert. Dieser hat durch Kriege, Arbeitswut und Machtmissbrauch und die in der Folge oft eingetretenen Phasen langer Abwesenheiten für die Kinder seine Vorbildfunktion verloren.
Er konnte ihnen immer weniger Halt für ihre Charakterreifung und soziale Stabilität geben. Der Vater im Jahrhundert kann sich von der Problemfigur zum Vorbild entwickeln , wenn endlich die relevanten Instanzen — Gesetzgeber, Familiengerichte, Jugendämter und Arbeitgeber — mitziehen. Auch wenn das negative Vaterbild , wie eine Prüfung der Realität — z. Sie kümmerten sich nicht um ihre Kinder, seien meistens abwesend, nähmen ihre Verantwortung nicht wahr und seien daher , wenn man radikalen Formulierungen glauben soll, sogar gänzlich verzichtbar.
Dies ist natürlich in erster Linie Munition in dem von mancher Seite befeuerten Geschlechterkampf. Väter tun nie genug. Diese Botschaft haben viele Väter inzwischen leider verinnerlicht und plagen sich mit ständigen Schuldgefühlen. Dabei kann es nur darum gehen, für Mütter und Väter ein jeweils an ihre Lebenssituation und ihre Entscheidungen angepasstes Familienmodell zu ermöglichen.
Ohne ihnen Vorschriften zu machen und ohne sie für ideologische Interessen zu funktionalisieren. Die Folgen des sehr verbreiteten Vorurteils, dass Männer unfähig zur Vaterschaft seien, führen aber auch dazu, dass selbst Väter, die besten Willens sind , sich in der Familie ausgegrenzt fühlen und dann in zahllosen Fällen von Scheidungen und Trennungen auch real ausgegrenzt werden.
Dabei gilt es anzuerkennen, dass Vaterschaft nicht in einer Kopie der Mütter besteht, sondern dass Väter — auch mit weniger Zeit für Interaktion und Bindung ausgestattet — wertvolle Elternarbeit leisten. Man sollte ihnen grundsätzlich mit Wertschätzung und Verständnis für ihre oft sehr komplexe Lage begegnen. Eine Haltung, die derzeit nur Müttern entgegengebracht wird.
Interview mit Prof. Michael Klein von mens-mental-health.de
Es sollte alles getan werden, um eine - latent scheinbar angestrebte - vaterlose Gesellschaft zu verhindern. Dazu gehören mehr Partnerschaftskurse, Kommunikationstrainings für Paare, Prävention von Liebesverlust, Kriseninterventionen bei Trennungen und das schon erwähnte Wechselmodell bei geschiedenen Eltern. Bislang kommen die meisten Paare viel zu spät zur Beratung bzw.
Therapie , so dass viele Trennungen geschehen, die präventiv auch im Sinne der Kinder vermeidbar gewesen wären. Scheidung sollte nicht zum Gewöhnungs- und Regelfall in der Gesellschaft werden , vor allem wenn Kinder im Spiel sind. Der Vaterverlust gehört nämlich zu den schlimmsten Katastrophen, die Kinder erleben können. Ähnlich wie bei den Archetypen des Mannes lassen sich auch in Bezug auf Vaterschaft verschiedene Rollen unterscheiden.
Ganz grob ist zwischen dem anwesenden und abwesenden Vater zu unterscheiden. Zu der Frage einer Vätertypologie liegt überraschend wenig Forschung vor. Zunächst fallen einem vielleicht Eigenschaften ein wie gütig, gerecht, beschützend, stark, ausgeglichen, zugewandt. Dies wäre der positive, nährende, zugewandte Vater.
Aber auch Eigenschaften wie aufbrausend, jähzornig, ungeduldig, ungerecht, schwach kommen in den Sinn. Das ist das Bild des negativen, versagenden, nicht förderlichen Vaters. Natürlich hat jeder Mann diese Anteile in sich. Oft sind die selbst erlebten Vätervorbilder siehe Herkunftsfamilie überwiegend nicht positiv gewesen. Deshalb kann und sollte jeder Mann an seinen Vaterqualitäten arbeiten.
Für sich alleine, mit anderen Männern und Vätern oder in einer Psychotherapie. Sie haben eine Karriere von Ablehnung und Zurückweisung hinter sich und sind voller negativer Emotionen gegen andere und sich selbst. Das ist aber kein Muss, sondern Ergebnis verfehlter Gesellschaftspolitik! Heutzutage haben ca. Es sind besonders diese selbst oder fremd verschuldeten Ausgrenzungen, die einen genaueren Blick auf die Bedeutung des Vaters notwendig machen.
Erst durch die Väter- und die Säuglings- und Kleinkindforschung der letzten Jahrzehnte ist klar geworden, wie existenziell notwendig der Vater für eine gesunde seelische und soziale Entwicklung der Kinder ist. In der Dreiecksbildungsphase 1. Lebensjahr lernt das Baby den Vater nach der Mutter als weitere, wichtige Bezugs- und Bindungsperson kennen , die Wärme, Sicherheit, Geborgenheit und Trost gibt.
Das Bild der Triangel macht deutlich, dass es für das Kind längerfristig um ein Gleichgewicht zwischen Mutter und Vater geht. Der Mann soll die Partnerin in dieser Phase als Mutter bestätigen und schützen. Für das Kind soll er ein sicherer Hort bei der langsam zunehmenden Lust an der Exploration der Welt sein.
Der Vater hilft entscheidend bei der Autonomie- und Selbstwertentwicklung des Kindes.